RBA381 Im Interview: Paddy Gsell
Im Interview mit Paddy Xell wird ein tiefgehender Einblick in die Welt des Datenschutzes gewährt, verknüpft mit einem persönlichen Werdegang, der sowohl juristische als auch praktische Perspektiven umfasst. Paddy Xell, der aktuell als Inhouse-Datenschutzbeauftragter in der Automobilbranche tätig ist, reflektiert über seine Anfänge im Jurastudium und die Motivation, die ihn letztendlich zum Datenschutz geführt hat. Er beschreibt, dass sein Interesse an Datenschutz bereits in der Schulzeit angestoßen wurde, als er sich mit politischen Themen auseinandersetzte und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein entwickelte.
Sein Jurastudium begann er mit der Absicht, in einem Unternehmen zu arbeiten, und zeigte währenddessen ein reges Interesse an Themen wie Verfassungsrecht und Menschenrechte. Paddy schildert die Herausforderungen und die spezifische Methodik des Jurastudiums, wobei er betont, dass er sich schnell in die juristischen Denkweisen und Argumentationsstrukturen einarbeitete. Nach dem Studium und dem Abschluss des zweiten Staatsexamens, den er 2007 absolvierte, blickt er auf seine anfängliche berufliche Orientierung zurück, die ihn zunächst in den Bereich Arbeitsrecht und Personal führte, bevor die Bankenkrise 2008 seine Karriere beeinflusste.
Im Laufe seiner beruflichen Laufbahn hat Paddy verschiedene Positionen in der Personal- und Rechtsberatung durchlaufen, wo er sich unter anderem mit Recruiting und internem Datenschutz beschäftigte. Er weist darauf hin, dass sein Wissen über IT und Datenverarbeitung, das er während seiner Tätigkeit als Recruiter aufbaute, für seine jetzige Funktion als Datenschutzbeauftragter von großem Nutzen ist. Die Diskussion über Datenschutz wird beim Interview auch durch die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) intensiviert, die für viele Unternehmen eine bedeutende Herausforderung darstellte, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Datenschutzberatern führte.
In seiner jetzigen Rolle stellt Paddy fest, dass er nicht nur für Datenschutzfragen im Unternehmen zuständig ist, sondern auch als Berater für die internationalen Niederlassungen fungiert. Dabei kommt er auf die Herausforderungen zu sprechen, die sich aus der effektiven Umsetzung der DSGVO ergeben, insbesondere in einem großen Unternehmen mit einer komplexen Organisation und zahlreichen rechtlichen Anforderungen. Er beschreibt die täglichen Aufgaben und die Notwendigkeit, sich über gesetzliche Änderungen sowie technologische Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.
Ein zentrales Anliegen des Gesprächs ist die Frage nach der Gerechtigkeit im Datenschutz und der Balance zwischen dem Schutz personenbezogener Daten und den unternehmerischen Freiheiten. Paddy argumentiert für mehr Differenzierung im Datenschutz, insbesondere zwischen B2B- und B2C-Beziehungen, indem er auf die Notwendigkeit hinweist, dass Unternehmen auch in der Lage sein sollten, sachlich und angemessen mit Daten umzugehen, ohne übermäßig reguliert zu werden.
Abschließend gibt Paddy Xell Ratschläge für angehende Juristen und Datenschutzexperten. Er betont die Bedeutung von Interesse an IT und Technologie für die Arbeit im Datenschutz und ermutigt künftige Fachleute, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und ihre Leidenschaft zu verfolgen, um beruflich erfolgreich zu sein. Sein eindrückliches Schlusswort „Datenschutz schützt nicht Daten, sondern Menschen“ fasst seine Philosophie zusammen und widerspiegelt den zentralen Antrieb seines Engagements im Bereich Datenschutz.
