RBA377 Im Interview: Dr. Benedikt Quarch
In dieser Episode des Podcasts „Meinungsrechtlich“ wird der Rechtsanwalt und Unternehmer Dr. Benedikt Quarch als Gast begrüßt, der über seinen beeindruckenden Lebenslauf und die Entwicklung seines Unternehmens spricht. Die Diskussion beginnt mit einer Einführung in Dr. Quarchs Werdegang und seine verschiedenen Tätigkeiten, darunter die Mitbegründung der RightNow-Gruppe, der Herausgeberschaft von Fachzeitschriften sowie seine Lehraufträge. Dr. Quarch beschreibt seine frühen Erfahrungen, die sein Interesse an Jura und Unternehmertum weckten, einschließlich seiner Beteiligung an Initiativen wie dem Deutschen Gründerpreis für Schüler und der Junior Management School.
Er erzählt von seinen Erfahrungen im Jurastudium an der EBS, wo er sowohl Jura als auch BWL studierte, und von den Herausforderungen, die er dabei bewältigte. Nebenbei gründete er während des Studiums ein Unternehmen, das Social Media-Beratung für Städte anbot. Diese frühen Erfahrungen in der Geschäftswelt und die Kombination aus juristischer und wirtschaftlicher Ausbildung legen den Grundstein für seine späteren unternehmerischen Bestrebungen. Dr. Quarch hebt hervor, wie wichtig es ist, aus der Universität zu lernen und neue Dinge zu entdecken, was ihm während seines Studiums viel Freude bereitete.
Im Verlauf des Gesprächs geht es auch um die Gründung von „Geld für Flug“, ein Unternehmen, das sich mit der Durchsetzung von Ansprüchen bei nicht angetretenen Flügen befasst. Dr. Quarch erläutert, wie er auf die Idee kam, als er selbst von Air Berlin eine Erstattung für einen nicht angetretenen Flug einforderte und daraufhin das Geschäftsmodell entwickelte, das den Verbrauchern sofortige Rückerstattungen anbot. Diese Innovation beruhte auf der rechtlichen Grundlage des Werkvertragsrechts und führte zu einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung.
Die Diskussion beleuchtet die Skalierungsherausforderungen des Unternehmens und den Bedarf an Investitionen, um das Geschäftsmodell auszubauen. Dr. Quarch erklärt, dass das Unternehmen von Anfang an auf ein skalierbares Modell mit einer klaren Rechtsgrundlage setzen wollte. Dabei wurde ein einzigartiges Geschäftsmodell entwickelt, das es den Verbrauchern ermöglicht, sofort einen Teil ihrer Ansprüche zu erhalten, während der restliche Betrag potenziell später eingenommen wird. Dies erhöhte das Risiko, erforderte jedoch auch eine sorgfältige Liquiditätsplanung, die durch Business Angels und Investoren unterstützt wurde.
Ein zentraler Teil des Gesprächs betrifft auch die Bedeutung von Technologie im Rechtsbereich, insbesondere durch den Einsatz von Legal Tech. Dr. Quarch und seine Mitgründer erkannten frühzeitig die Notwendigkeit, Prozesse zu automatisieren und technologische Lösungen zu integrieren, um die Effizienz und den Service für die Verbraucher zu verbessern. Sein Engagement für Legal Tech wird durch seine Rolle im German Legal Tech Hub und beim Legal Tech Summit unterstützt, wo er dem Netzwerk und der Community wertvolle Impulse geben möchte.
Im Gespräch über die Zukunft des juristischen Berufes bringt Dr. Quarch seine Überzeugung zum Ausdruck, dass KI und technologische Fortschritte zwar bestimmte Tätigkeiten im Rechtsbereich erledigen könnten, aber nicht alle Juristen ersetzen werden. Vielmehr werden sich die Anforderungen an Juristen verändern. Dr. Quarch betont die Wichtigkeit, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen, aber auch soziale Kompetenzen und unternehmerisches Denken zu fördern.
Abschließend fasst Dr. Quarch zusammen, dass sich das juristische Arbeitsumfeld verändert, und ermutigt Jurastudierende, offen für verschiedene Rechtsgebiete zu sein, die Entwicklung von KI aktiv zu unterstützen und menschliche Fähigkeiten in ihrer Arbeit zu bewahren. Seine Botschaft schließt mit einem Appell, neue Pfade zu erkunden und sich den Herausforderungen in der sich wandelnden juristischen Landschaft zu stellen.
