RBA397 Im Fokus: "Der datenschutzrechtliche Schadenersatzanspruch nach Art. 82 DS-GVO" (Faußner) - Duncker & Humblot
In dieser Episode diskutieren wir ein relevantes juristisches Werk, das sich eingehend mit dem datenschutzrechtlichen Schadensersatzanspruch nach Artikel 82 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beschäftigt. Unser Gesprächspartner Michael und ich haben uns intensiv mit dem Buch von Dr. Robert Fausner auseinandergesetzt, welches als Dissertation im Verlag Dunker und Humblot veröffentlicht wurde. Die detaillierte Analyse bietet einen umfassenden Überblick über die Rechtsprechung und die Forschung zur Thematik in Deutschland und Österreich, was durch die vergleichende Betrachtung besonders spannend wird.
Das Buch umfasst etwa 344 Seiten und behandelt die komplexen rechtlichen Fragestellungen rund um den Artikel 82 DSGVO. Insbesondere wird die Frage erörtert, ob ein Verstoß gegen die DSGVO zwingend einen materiellen oder immateriellen Schaden nach sich ziehen muss, um einen Schadensersatzanspruch rechtfertigen zu können. Fausner beleuchtet, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um erfolgreich Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Uns wurde schnell klar, dass auch wenn das Werk akademisch ist und juristische Fachtermini verwendet werden, es für jeden, der sich für Datenschutz und dessen rechtliche Implikationen interessiert, durchaus zugänglich ist.
Des Weiteren haben wir über die Struktur des Buches gesprochen. Zwar ist es in einem klassischen, juristischen Stil verfasst – das heißt, es finden sich kein unterhaltsames Layout oder Grafiken –, jedoch ist der Inhalt durch die Vielzahl an EuGH-Urteilen und die detaillierte Aufschlüsselung der Normen äußerst praxisrelevant. Fausner deckt wichtige Detailfragen ab, wie die Beweislast bei Schadensersatzforderungen und die möglichen Restriktionen des Anspruchs. Interessant war auch die Diskussion über die wirtschaftlichen Konsequenzen von Datenschutzverletzungen, insbesondere im Hinblick auf Massenklagen, die potenziell hohe finanzielle Belastungen für Unternehmen und öffentliche Stellen mit sich bringen können.
Ein zentraler Punkt unserer Diskussion war, dass Unternehmen und Behörden sich trotz der eher bescheidenen Ansprüche pro Schadensfall, die typischerweise in Deutschland gelten, der potenziellen Risiken der Schadensersatzansprüche bewusst sein müssen. Gerade im Fall einer Datenpanne können schnell hohe Summen entstehen, wenn man die Anzahl der betroffenen Personen berücksichtigt. Michael und ich waren uns einig, dass gerade öffentliche Stellen hierzu oft noch nicht genügend sensibilisiert sind und ihre Verantwortung im Datenschutz nicht ausreichend wahrnehmen.
Abschließend kamen wir zu dem Schluss, dass Fausner ein fundamentales Werk für alle Juristen, Datenschutzbeauftragte und auch interessierte Laien geschaffen hat, die sich mit den rechtlichen Aspekten der DSGVO intensiver befassen möchten. Trotz der wissenschaftlichen Tiefe ist es ein Muss für jeden, der in diesem Bereich tätig ist oder Interesse daran hat, sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten des Datenschutzes auseinanderzusetzen. Wir empfehlen das Buch als wertvolle Ressource für die Analysen und die praktische Anwendung des Datenschutzrechts in Deutschland und Österreich.
