RBA369 Im Interview: Adrian Janßen
Im Interview auf dem Kanal „Sprechstück“ wird der junge Jurastudent Adrian Janssen als Gast eingeladen, der sich durch seine wöchentlichen Updates über KI-Recht, Datenrecht und Cybersicherheit auf LinkedIn hervorgetan hat. Adrian erzählt, wie er zum Jurastudium gekommen ist, wobei er zugibt, zunächst Planung für ein Medizinstudium gehabt zu haben, bevor er durch eine Freundin, die ihn auf die strategischen Elemente von Jura hinwies, umschwenkte. Trotz anfänglicher Vorurteile über das Jurastudium entdeckte er sein Interesse für die juristische Arbeit und die Verbindung von Recht mit technischen Themen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz (KI).
Während des Gesprächs beschreibt Adrian die Herausforderungen, die das Jurastudium mit sich bringt, und erklärt, dass er sich für Zivilrecht und KI-Themen interessiert. Er äußert den Wunsch nach mehr Flexibilität im Studium, um spezielle Interessensgebiete wie Informatik integrieren zu können. Zudem beleuchtet er, wie junge Menschen nach wie vor mit Vorurteilen gegenüber dem Jurastudium konfrontiert sind, die bezüglich des angeblich hohen Auswendiglernens und der Unsicherheit bezüglich der Berufsaussichten bestehen.
Das Interview geht weiter auf Adrians Erfahrungen in der rechtlichen Praxis ein. Er arbeitet als studentischer Mitarbeiter in der Kanzlei June Legal, wo er in einem Legal Tech Projekt namens Juriscope mitwirkt. Seine Aufgaben umfassen die Entwicklung von KI-Tools zur juristischen Beratung. Er diskutiert die Herausforderungen und Erkenntnisse aus diesen Projekten, beispielsweise die Notwendigkeit, juristische Logik in KI-Modelle zu integrieren, um konsistente Ergebnisse zu gewährleisten.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Diskussion ist die Nutzung von KI im Studium. Adrian erklärt, dass an seiner Universität noch keine klaren Richtlinien zur Verwendung von KI bei Hausarbeiten bestehen, und er berichtet von einer steigenden Unsicherheit bei Studierenden hinsichtlich der Zulässigkeit von KI-gestützten Arbeiten. Diese Unsicherheit könnte durch eine umfassendere und klarere Regulierung reduziert werden, meint er.
Im Gespräch über Datenschutz zeigt Adrian, dass dieses Thema für ihn von großer Relevanz ist, insbesondere im Kontext der Digitalisierung und der zunehmenden Datenproduktion. Er beschreibt Datenschutz nicht als notwendiges Übel, sondern als spannendes Feld, das in Anbetracht der aktuellen technologischen Entwicklungen immer wichtiger wird.
Abschließend äußert Adrian, dass er seine Erfahrungen und das Wissen, das er in seiner Funktion als Newsletter-Autor auf LinkedIn erwirbt, mit anderen teilen möchte. Sein Newsletter soll eine Wissensquelle bieten, die aktuelle Entwicklungen im Bereich KI-Recht zusammenfasst. Während des Interviews wird deutlich, dass Adrian ein großes Interesse daran hat, informierte Diskussionen über Neuerungen im Recht und den Einfluss der Digitalisierung auf den juristischen Bereich anzustoßen. Das Gespräch schließt mit einem positiven Ausblick auf die Zukunft der juristischen Arbeit und der Integration von Technologie im Rechtsbereich, wobei der menschliche Jurist trotz technologischer Unterstützung weiterhin eine entscheidende Rolle spielt.
