RBA392 Im Fokus: "Data Act und Datenschutz" (Geiselmann) - Nomos
In dieser Episode werfen wir einen detaillierten Blick auf das Buch „Data Act und Datenschutz“, verfasst von Dr. Marc-Philipp Geiselmann. Dieses juristische Werk, das als gedruckte Edition und E-Book erhältlich ist, bietet eine umfassende Analyse der Auswirkungen des Data Acts auf die zivilrechtlichen Ansprüche bezüglich Datenzugang und -weitergabe in Verbindung mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Wir diskutieren die zentralen Themen des Buches und beleuchten, warum es für Juristen und Datenschutzbeauftragte von großer Bedeutung ist.
Zunächst betrachten wir das Spannungsfeld zwischen dem Data Act und der DSGVO. Der Data Act sei dafür gedacht, die enge Sichtweise der Datensilos in der EU zu durchbrechen und den Zugang zu Daten, die privat von Herstellern gesammelt werden, zu erleichtern. Diese gesetzgeberische Initiative zielt darauf ab, einen besseren Datenfluss innerhalb des digitalen Marktes zu fördern, indem sie Bürgern und Unternehmen den Zugang zu ihren Daten ermöglicht. Dabei bleibt der Schutz personenbezogener Daten durch die DSGVO ein unverzichtbares Element, was letztlich komplexe Herausforderungen für Unternehmen schafft. Der Autor beleuchtet diese Balance und bietet Lösungsansätze, um die Herausforderungen der praktischen Umsetzung zu meistern.
Ein weiterer zentraler Punkt in der Diskussion ist die Eigenständigkeit der DSGVO im Verhältnis zum Data Act. Der Data Act selbst macht keine klaren Unterscheidungen zwischen personenbezogenen und nicht personenbezogenen Daten und lässt die Regelungen der DSGVO weiterhin unberührt. Hier entsteht ein Dilemma für Unternehmen: Sie müssen sich entscheiden, wie sie mit den Daten umgehen, ohne gegen eines der beiden Gesetze zu verstoßen. Dr. Geiselmann thematisiert diese Problematik und zeigt auf, wie wichtig es ist, das Zusammenspiel beider Rechtsakte zu verstehen. Dies eröffnet den Raum für gezielte Lösungsvorschläge und Handlungsanleitungen.
Darüber hinaus analysieren wir den wissenschaftlichen Schreibstil und die Struktur des Buches. Obwohl das Werk als Doktorarbeit umfangreich und tiefgehend ist, kritisieren wir die fehlenden grafischen Darstellungen, die zur Verdeutlichung komplexer Zusammenhänge hätten beitragen können. Dennoch bietet das Buch wertvolle Einblicke und handlungsleitende Ansätze – eine Kombination, die für juristische Fachkräfte enorm hilfreich ist.
Abschließend richten wir uns an mehrere Zielgruppen, darunter beratende Juristen und Datenschutzbeauftragte, die sich mit den Herausforderungen des Data Acts auseinander setzen müssen. Trotz der hohen wissenschaftlichen Anforderungen liefert das Buch Ansätze, die für die Praxis relevant sind. Daher ermutigen wir Zuhörer, sich das Werk näher anzusehen und die essenziellen Themen rund um Datenschutz und Datenwirtschaft sorgfältig zu erkunden.
